Smart Meter: Funktionsweise und Vorteile des intelligenten Stromzählers

An smarten Stromzählern geht in Zukunft kein Weg vorbei. Sie sind Teil der Digitalisierung der Energiewende und sollen dabei helfen, die Schwankungen in der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Sie unterstützen auch die Verbraucher auf individueller Ebene, damit sie ihren Stromverbrauch besser im Blick behalten und notwendige Anpassungen vornehmen können.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie der intelligente Stromzähler funktioniert und welche Vorteile ein solches Smart Meter für Sie als Verbraucher hat. Darüber hinaus erläutern wir Ihnen, wie Stromzähler in Deutschland zurzeit genutzt werden.

Smart & connected: der neue Stromzähler

Funktionsweise der intelligenten Messgeräte

Deutschlands Stromzähler – der Stand der Dinge

Smarte Messgeräte – ein Blick in die Zukunft

Smart & connected: der neue Stromzähler

Ein intelligenter Stromzähler ist ein digitales und internetfähiges Gerät, das den Stromverbrauch aufzeichnet. Es ist zusätzlich mit einer Kommunikationseinheit verbunden, dem Smart Meter Gateway. Darüber können die gesammelten Daten gesendet werden, beispielsweise an den Verbraucher selbst, den Energieversorger oder den Netzbetreiber. Ein anderer Begriff für diese Art von Stromzähler ist Smart Meter.

Das Gerät misst den Stromverbrauch im Haushalt und protokolliert ihn im Zeitverlauf. Es kann die erhobenen Daten ebenfalls aufbereiten und interpretieren. So haben Sie die Möglichkeit, im Nachhinein auf Ihre Stromverbrauchsdaten zuzugreifen – ganz egal, ob vom Vortag, der letzten Woche oder vom letzten Jahr.  

Funktionsweise der intelligenten Messgeräte

Die modernen Smart Meter können den Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt messen, manche Modelle sogar in Echtzeit. Für die Datenübertragung greift die Kommunikationseinheit auf eine LTE-Verbindung, ein spezielles Netzwerk des Messstellenbetreibers oder die Internetverbindung des Nutzers zurück.

So wird es in Zukunft möglich sein, genaue Abrechnungen des monatlichen Stromverbrauchs zu ermitteln. Nachzahlungen ließen sich damit vermeiden, da eine pauschale Abschlagszahlung entfällt. Zudem können Sie als Verbraucher gezielt den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten erkennen. Das intelligente Messsystem erkennt, ob ein Gerät ein besonders großer Stromfresser ist, beispielsweise ein vereister Kühlschrank.

Warum spielen diese intelligenten Stromzähler solch eine große Rolle? Sie haben entscheidenden Anteil an der Umsetzung der Energiewende. Strom soll in Zukunft immer stärker aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden. Da diese jedoch wetterabhängig sind, müssen die Energieversorger trotzdem eine zuverlässige Stromversorgung sicherstellen. Die Smart Meter helfen durch die gesammelten Verbrauchs- und Erzeugungsdaten dabei. In einem sogenannten Smart Grid, dem intelligenten Stromnetz, lassen sich mithilfe dieser Daten Leistungsschwankungen optimal ausgleichen.  

Als Nutzer eines Smart Meter profitieren Sie von mehreren Vorteilen:

  • geringer Aufwand zum Ablesen der Werte
  • mehr Transparenz in Bezug auf den tatsächlichen Stromverbrauch
  • Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs dank regelmäßiger Auswertungen
  • Liberalisierung des Messstellenbetriebs: Sie wählen selbst Ihren Anbieter, unabhängig vom Netzbetreiber

Deutschlands Stromzähler – der Stand der Dinge

Smarte Stromzähler sind eigentlich seit 2015 Pflicht in Deutschland. Die Umsetzung wird sich jedoch noch viele Jahre hinziehen. Erst 2032 müssen alle Haushalte mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein. Grund dafür sind die hohen Sicherheitsanforderungen an die Kommunikationseinheit: Niemand Unbefugtes soll die Daten abrufen können. Nur wenige dieser Gateways haben bis jetzt vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ein entsprechendes Zertifikat erhalten.

Damit liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter anderen europäischen Ländern. Italien und Spanien rüsten bereits seit dem Jahr 2000 auf und werden, ebenso wie elf weitere EU-Länder, den Rollout schon 2020 abschließen.

Hierzulande erhalten alle Haushalte mit einem Verbrauch von bis zu 6.000 Kilowattstunden (kWh) standardmäßig eine moderne Messeinrichtung. Diese hat einen digitalen Zähler und speichert Verbrauchswerte zwei Jahre im Rückblick, besitzt aber keine Kommunikationseinheit. Verbraucher können jedoch einen intelligenten Stromzähler anfragen. Die Kosten für Einbau und Betrieb trägt der Verbraucher selbst, es gibt jedoch Preisobergrenzen, die der grundzuständige Messstellenbetreiber einhalten muss. Diese werden anhand des Jahresverbrauchs bestimmt und fangen bei 100 Euro pro Jahr an. Smart Meter sind ab 2020 Pflicht, wenn der Stromverbrauch jährlich 6.000 kWh übersteigt. Wenn die Erzeugungsanlage, z.B. eine Photovoltaikanlage mehr als 7 kW installierte Leistung hat, ist der intelligente Stromzähler bereits seit 2017 Pflicht.

Smarte Messgeräte – ein Blick in die Zukunft

Was bringt die Zukunft? Dank des intelligenten Stromnetzes und tageszeitabhängiger Stromtarife können Sie Geräte, die viel Strom verbrauchen, zu günstigeren Zeiten laufen lassen. In Verbindung mit Smart-Home-Systemen, also der Vernetzung intelligenter Geräte im Haushalt, startet beispielsweise der Wäschetrockner automatisch, sobald das Smart Meter günstige Preise meldet. Das ist für Verbraucher nicht nur komfortabel, sondern senkt auch die Stromkosten.

Eigens eingerichtete Online-Portale werden es Verbrauchern ermöglichen, ihren Energieverbrauch auf Tag und Uhrzeit genau zu analysieren. Insbesondere Betreiber einer Photovoltaikanlage können einsehen, wie viel Strom produziert, verbraucht und ins Netz eingespeist wurde. Doch nicht nur das: Das Smart Meter wird sich in Zukunft auch mit anderen Zählern verbinden lassen, beispielsweise für Wasser, Wärme oder Gas. So haben Verbraucher einen noch besseren Überblick über die tatsächlich benötigte Energie im Haushalt. Indem Sie ihr Verhalten anpassen oder auf neue, energieeffiziente Geräte umsteigen, können Sie den Stromverbrauch senken und damit aktiv zum Umweltschutz beitragen.

Wenn Sie bereits jetzt Ihre Stromkosten senken möchten, lohnt sich ein Vergleich verschiedener Stromtarife. Sie können dabei auch entscheiden, ob Sie Ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.