Die E-Auto-Ladestation für Zuhause: So funktioniert's

Das Elektroauto wird als Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen immer beliebter. Der Grund dafür ist nicht nur das zunehmende Bewusstsein für den Klima- und Umweltschutz, sondern auch die möglichen Einsparungen von Kosten. Am 1. Januar 2020 waren auf den deutschen Straßen bereits 136.600 E-Autos unterwegs, im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand um mehr als 53.000 Einheiten angewachsen – so kann die Erfolgsfahrt der Elektroautos weitergehen.

Zum Ausbau gehört auch, dass es in immer mehr deutschen Städten öffentliche Ladestationen gibt und auch das effiziente Laden der E-Autos zu Hause ist möglich. Wie Sie die richtige Ladestation für Ihr Zuhause finden und welche Kosten damit verbunden sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

E-Auto laden: Ladestationen für Zuhause

Ausdrücklich nur für den Notfall: Das Notladekabel für die Steckdose

Welche Ladestationlösungen gibt es für Zuhause?

Was ist beim Kauf einer Ladestation für Zuhause zu beachten?

Nur von Fachkräften: Installation der Ladestation

Wie viel kostet das Laden an der persönlichen Ladestation?

E-Auto laden: Ladestationen für Zuhause

Wenn Sie sich ein Elektroauto kaufen möchten, dann denken Sie sicher auch über die Lademöglichkeiten nach. In ganz Deutschland gibt es aktuell (2. Quartal 2020) rund 19.000 Ladestationen, im zweiten Quartal 2019 waren es lediglich 15.500. Es geht also auch hier voran. Jedoch ist die Verteilung in den Regionen sehr ungleich gewichtet. Wer nicht gerade in einer urbanen Umgebung lebt, wird bei einem häufigen Gebrauch des Elektroautos kaum allein mit öffentlichen Ladestationen auskommen. Die heimische Ladestation ist da die optimale Lösung. Als sogenannte Wallbox können Sie sich diese direkt in die Garage montieren. Diese „Wandkästen“ werden, wie es der Name bereits verrät, an der Wand befestigt. Sie nehmen wenig Raum ein und sind sehr zurückhaltend gestaltet, so dass sie auch problemlos in kleineren Garagen oder an Außenwänden angebracht werden können. Abends parken Sie ein und laden Ihr E-Auto über Nacht auf.

Leben Sie in einer Mietwohnung oder in einer Eigentümergemeinschaft, braucht es vorab einige Absprachen mit den anderen Eigentümern bzw. den Besitzern.

Sind aber erst einmal alle Vorkehrungen für die Installation der Ladestation getroffen, dann überwiegen die Vorteile einer eigenen Wallbox in jedem Fall.

Vorteile

  • Das Elektroauto kann über Nacht bequem geladen werden und steht am nächsten Morgen wieder zum Einsatz bereit.
  • Der Anschluss erfolgt direkt über das Stromnetz des Wohnhauses und wird auch darüber abgerechnet.
  • Es gibt eine große Auswahl an Ladestationen mit smarten Funktionen und Abrechnungsoptionen für Mehrbenutzer.
  • Die Unabhängigkeit von öffentlichen Ladestationen ist hier gegeben.
  • Die Anschaffungskosten werden bei regelmäßiger Nutzung schnell ausgeglichen.

Nachteile

  • Je nach Modell der Ladestation und des Elektroautos kann die Ladezeit zwischen acht und vierzehn Stunden dauern, ist aber gleichzusetzen mit öffentlichen Ladestationen.
  • Das Stromnetz des Hauses muss für die Dauerbelastung mit bis zu 22 kW geeignet und geprüft sein.
  • Bei Miteigentümern oder Mietwohnungen muss der Stellplatz für die Ladestation abgestimmt werden.

 

Helfer in der Not: Das Notladekabel für die Steckdose

Tatsächlich gibt es in jedem Elektrofahrzeug ein Notladekabel, mit dem Sie jederzeit Strom an normalen Steckdosen erhalten können. Warum nicht also das E-Auto generell mit dem Haushaltsstrom versorgen? Was gegen einen häufigen Gebrauch spricht, ist die enorm lange Ladezeit über eine herkömmliche Steckdose. Bei zu starker Nutzung des normalen Stromnetzes kann es außerdem zu einer Überlastung kommen, was die Brandgefahr enorm erhöht.

Welche Ladestationlösungen gibt es für Zuhause?

Bei dem Kauf der Ladestation haben Sie die Qual der Wahl. Die Kosten für die Ladestation variieren nach der Anschlussleistung und weiteren komfortablen Funktionen der jeweiligen Wallbox. Es gibt einige Anbieter, die Ladestationen mit 3,7 bis 4,6 kW, 11 kW oder 22 kW anbieten.

Das Unternehmen New Motion bietet beispielsweise Schnell-Ladesäulen für Unternehmen und Haushalte an. Für den Privatgebrauch gibt es vier Modelle zur Auswahl, die sich in der Ladegeschwindigkeit und der Extra-Ausstattung unterscheiden. Das Modell Home Advanced View verspricht eine bis zu 8-mal schnellere Ladezeit als bei einer normalen 230-V-Steckdose. Je nach Batteriekapazität kann ein E-Auto mit einer optimalen Ladeleistung von 22 kW an einer solchen 22-kW-Ladestation nach zwei Stunden bereits vollständig geladen sein. Die neueste Generation der New Motion Wallboxes sind mit dem Internet verbunden. Gastnutzer können sich mit einer Ladekarte (RFID) authentifizieren und ihrem Gastgeber so die Ladungskosten erstatten.

Was ist beim Kauf einer Ladestation für Zuhause zu beachten?

Bei der Auswahl einer geeigneten Ladestation spielt die Art des E-Autos eine entscheidende Rolle. Diese bestimmt die Schnelligkeit und Effizienz des Ladevorgangs, sowie den Verbrauch der geladenen Energie.

Achten Sie bei der Auswahl einer Ladestation bzw. eines E-Autos auf die folgenden Eigenschaften:

  1. Ladegeschwindigkeit:

Für einen schnellen Ladevorgang ist es empfehlenswert, eine Wallbox mit 22 kW zu wählen. Das ist die höchste Leistung, die eine Ladestation für Zuhause aktuell bieten kann. Ob sich diese Anschaffung auszahlt, entscheidet jedoch das E-Auto.

  1. Ladekapazität:

Bei einer Ladestation von New Motion mit einer Ladegeschwindigkeit von bis zu 22 kW dauert der Ladevorgang des Renault Zoe 2 2kWh etwa zwei Stunden.

Der Opel Ampera-e verfügt hingegen über einen Ladeanschluss Typ 2 mit 4,6 kW. Das bedeutet, dass die 22 kW-Leistung einer Ladestation hier gar nicht optimal genutzt werden kann, der Ladevorgang dauert etwa 13 Stunden.

  1. Anschluss:

Das Ladekabel Ihres Fahrzeuges sollte zur Ladestation passen. Aktuell existieren drei Steckertypen für die EU, Frankreich/Italien und Amerika, für die es aktuell keine Adapter-Optionen gibt. Eine gute Übersicht der Steckertypen finden Sie hier.

  1. Zusätzliche Funktionen:

Manche Wallboxen verfügen über zusätzliche Funktionen, die nützlich sein können, wie:

  • RFID-Zugangsschutz
  • Option der Abrechnung von Ladevorgängen bei mehreren Nutzern oder Gästen
  • Verbindung mit einer Solaranlage für nachhaltiges Laden
  • mehrere Ladepunkte
  • Internetverbindung über GPRS statt Ethernet-Kabel

So funktioniert die sichere Installation der Ladestation

Die Installation einer Wallbox sollte immer von einem Elektriker durchgeführt werden.

Dieser kann beurteilen, ob die vorhandenen Stromleitungen ausreichend sind oder zusätzliche Leitungen verlegen. Die Leitung für die Wallbox muss auf die Ladeleistung wie auch auf die Leitungslänge und die Montageart angepasst und mit einem Leitungsschutzschalter (LS) versehen werden. Wichtig ist auf das Einbauen eines Fehlerstromschutzschalters für jeden Ladepunkt (Stecker) zu achten. Die Installation der Ladestation geht Ihrem Elektriker schnell von der Hand, denn er weiß, worauf zu achten ist.

Was Sie vorab mit den Installateuren absprechen sollten, ist das Genehmigungsverfahren bei den örtlichen Netzbetreibern. Bei Wallboxen bis zu 11 kW ist zumeist keine gesonderte Genehmigung notwendig, trotzdem sollte der Betreiber vorsorglich informiert werden.

Lohnt sich die persönliche Ladestation?

Die spannende Frage ist, wie viel das Aufladen des Elektroautos an der heimischen Ladestation kostet. Dazu multiplizieren Sie den Strompreis pro Kilowattstunde mit dem Energieverbrauch Ihres Elektroautos pro 100 Kilometer. Hier ein Überblick über die verschiedenen Ladeoptionen und die durchschnittlichen Preise.

 

 

Aufladezeit

Preis pro Aufladung (30 kWh)

Preis pro 100 km (17 kWh)

Wallbox zu Hause

9 Stunden

8,96 Euro

5,08 EUR

 

Alle Kosten für den Kauf einer Wallbox für Zuhause im Überblick:

  • Anschaffungskosten: 500 bis 2.500 Euro
  • Installation: zwischen 500 und 1.500 Euro (abhängig von speziellem Leistungsumfang wie Einholen von Genehmigungen sowie Situation vor Ort)
  • Aufladen des E-Autos (abhängig von Häufigkeit der Nutzung und Auslastung)
  • eventuelle Wartungskosten

Ob sich die Investition in eine Ladestation für zu Hause lohnt, hängt entscheidend vom Wohnort und dem örtlichen Ausbau mit öffentlichen Ladestationen ab.  Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Häufigkeit der Nutzung. Wer jeden Tag mit dem Elektroauto zur Arbeit fährt, kann den Akku an der heimischen Wallbox über Nacht aufladen – sicher eine der komfortableren Lösungen. Den passenden Stromtarif können Sie sich jetzt schon sichern.