Ökologischen Fußabdruck verkleinern: So nutzen und entsorgen Sie Batterien richtig

Sei es Nahrung, Wohnen, Konsum oder Mobilität – jeder Mensch hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. Dieser stellt einen Umweltindikator dar, der angibt, wie viel Natur und Ressourcen wir mit unserer Lebensweise verbrauchen. Er ist also eine Art Buchhaltungssystem und bündelt zahlreiche Daten und Wirkungen von lokalem Konsum und setzt sie ins Verhältnis zur globalen Verfügbarkeit. Einfach gesagt: Je kleiner dieser Fußabdruck, desto nachhaltiger ist die Lebensweise. Der Definition des ökologischen Fußabdrucks entsprechen auch die synonymen Begriffe „CO2-Fußabdruck“ und „Carbon Footprint“.           

Auf den ökologischen Fußabdruck wirken sich aber natürlich auch moderne Technik und mobile, batteriebetriebene Geräte aus, die den Alltag nicht nur angenehmer machen, sondern praktisch unverzichtbar geworden sind. Zwar vergrößert speziell die Nutzung von Batterien den ökologischen Fußabdruck. Dennoch kann sich der Batteriebetrieb letztendlich auch positiv auswirken. Zum Beispiel kann Elektromobilität trotz des Einsatzes von Batterien langfristig umweltschonender sein als Verbrennungsmotoren. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist jedoch das Recycling der Batterien. Hier erfahren Sie, wie sich die Stromspeicher auf den ökologischen Fußabdruck auswirken und wie Sie Batterien richtig entsorgen.

Auch Batterien haben ihren ökologischen Fußabdruck

Tipps für die nachhaltige Nutzung von Batterien

Batterien richtig entsorgen

Das zweite Leben einer Batterie

Auch Batterien haben ihren ökologischen Fußabdruck

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Primärbatterien, die sich nicht wieder aufladen lassen, und aufladbaren Sekundärbatterien, auch Akkus genannt. Im Haushalt stecken Batterien vorwiegend in Geräten wie Wanduhren, Weckern oder elektrischen Zahnbürsten. Die Energie, die sie liefern, ist im Vergleich zum Strom aus der Steckdose 300 Mal teurer. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks werden in Deutschland etwa 75 Prozent Einweg-Batterien genutzt – und nur ein Viertel aufladbare Stromspeicher. Sinnvoll sind Einwegbatterien letztlich nur für Geräte, die selten genutzt werden oder sehr wenig Strom verbrauchen, wie zum Beispiel Uhren. Alle Batterien enthalten unter anderem "seltene Erden" – das sind Metalle, die nur begrenzt verfügbar sind. Der Abbau dieser wertvollen und natürlichen Ressourcen ist ebenfalls sehr aufwändig.

Das gilt besonders für die Stromspeicher der Elektromobilität. So befürchten Wissenschaftler, dass mit der Zunahme von E-Autos schon ab 2024 unverzichtbare Rohstoffe für deren Lithium-Ionen-Batterien knapp werden, allen voran Kobalt. Auch bei Tantal und Gallium gibt es nur begrenzte Vorkommen.

Zudem haben auch Batterien und Akkus ihren eigenen ökologischen Fußabdruck, den ESOI-Wert. Er gibt an, wievielmal mehr Energie eine Speichereinheit abgibt, als für ihre Herstellung verwendet wurde. Je höher der Wert, desto besser. Eine Lithium-Ionen-Batterie kann zehnmal so viel Energie abgeben, wie für ihre Herstellung benötigt wurde. Das ist zwar ein akzeptabler Wert, um wirklich nachhaltig zu sein, müsste er jedoch höher liegen.    

Tipps für die nachhaltige Nutzung von Batterien

  • Das eigene Konsumverhalten überdenken und Produkte möglichst lange nutzen (muss es etwa immer das neueste Smartphone sein?).
  • Bei Geräten, deren Akkus sich unkompliziert ausbauen lassen, nach Möglichkeit den Netzanschluss nutzen (etwa bei manchen Laptops).
  • Besser Akkus als Primärbatterien verwenden, da hier die seltenen Erden und andere Rohstoffe besser genutzt werden und die verfügbare Gesamtenergiemenge deutlich höher ist.
  • Hochwertige und lange haltende Batterien und Akkus kaufen, zum Beispiel mit Lithium-Ionen- anstatt mit Nickel-Cadmium-Verbindung. Bei Letzteren kommt es oft zum „Memory-Effekt“ genannten Kapazitätsverlust: Anstatt ihrer ursprünglichen Kapazität stellen die Akkus nur noch eine reduzierte Energiemenge zur Verfügung, sie scheinen sich an den Energiebedarf zu gewöhnen. Es kommt zu einem frühen Spannungsabfall, die Kapazität sinkt. In manchen Fällen hilft es, den Akku fünfmal hintereinander vollständig zu laden und entladen.
  • Akkus richtig laden und entladen – das verlängert die Lebensdauer. Vermeiden sollte man die Tiefenentladung eines Akkus, sprich den Zustand, dass er sich bis unter seine Minimalspannung entlädt. Das kann etwa durch zu lange Lagerung oder Nichtbenutzung passieren. Der Akku kann so insgesamt an Leistung verlieren, zerstört werden oder seine Funktion verlieren. Regelmäßiges Laden hilft, eine Tiefenentladung zu vermeiden.

So entsorgen Sie Batterien richtig

Der sparsame und korrekte Umgang mit Ressourcen ist essentiell für die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks. Das gilt umso mehr für umweltgefährdende Stoffe, wie sie in Batterien enthalten sind. Daher ist es verboten, sie im Hausmüll zu entsorgen. Dennoch werden in Deutschland nach Angaben der Verbraucherzentrale nur circa 48 Prozent der verbrauchten Batterien zurückgegeben. Zwar steigt die Sammelquote, die Zunahme des Verbrauchs von Batterien jedoch in noch stärkerem Maße.          

Laut Umweltbundesamt wurden 2018 hierzulande 219.055 Tonnen Altbatterien recycelt. Daraus wurden 177.206 Tonnen Rohstoffe gewonnen, die wiederverwendet werden konnten. Fast 42.000 Tonnen landeten jedoch im Schrott.

Der wiederverwertbare Anteil kann künftig durch die Entwicklung nachhaltiger Batterien steigen. So sind etwa Lithium-Schwefel-Akkus als Ersatz für die gebräuchlichen Lithium-Ionen-Akkus im Test, die eine höhere Energiedichte und somit Speicherkapazität besitzen. Ein Smartphone könnte damit fünf Tage ohne Aufladung betrieben werden, die Reichweite eines E-Autos würde auf 1000 Kilometer steigen. Zudem fallen bei der Herstellung weniger giftige Abfälle an, was den ökologischen Fußabdruck verbessert.

Bei verbrauchten Batterien und Akkus gilt grundsätzlich: Sie dürfen nicht im Hausmüll landen, sondern müssen gesondert entsorgt werden. Für die verschiedenen Batterietypen gibt es jeweils spezielle Entsorgungswege.

  • Für Haushaltsbatterien gibt es über 200.000 Sammelstellen in Deutschland, etwa 170.000 davon im Handel – in Super- und Drogeriemärkten, Kaufhäusern, bei Elektrohändlern oder an Tankstellen. Händler müssen jedoch nur solche Typen zurücknehmen, die sie auch im Angebot haben. Wer zum Beispiel keine Knopfzellen führt, muss auch keine verbrauchten annehmen. Auch kleinere Geräte mit eingebauten Akkus oder Batterien können im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen, Schadstoffmobilen oder Recyclinghöfen abgegeben werden.
  • Autobatterien entsorgt man ebenfalls kostenlos beim Händler. Wer nur eine neue kauft und keine alte bringt, muss 7,50 Euro Pfand zahlen. Das gilt auch für den Online-Kauf. Wird dabei die alte Batterie bei einem stationären Händler entsorgt, ist der verpflichtet, die Rücknahme schriftlich oder elektronisch zu bestätigen, damit das Pfand erstattet wird.
  • Alte Handys entsorgt man in den Shops von Telekom, Vodafone und Telefónica. Oder schickt sie – meist kostenfrei – per Post an den Netzbetreiber. 15 Prozent aller Handys können laut Telekom weiterverwendet werden, was die Ökobilanz verbessert. Der Rest der Smartphones wird dem Recycling zugeführt. Auch Elektrohändler und Recyclinghöfe nehmen sie an.
  • Akkus für Elektrofahrräder werden dort entsorgt, wo sie gekauft wurden.

Das zweite Leben einer Batterie

Das Recycling von Batterien setzt Rohstoffe frei, die erneut verwertet werden können. Je nach Zusammensetzung sind das Roheisen und Stahl, die an Stahlwerke weitergegeben werden. Zinkkonzentrat wird zu Zinkoxyd weiterverarbeitet. Cadmium, Nickel, Kobalt und Kupfer landen in neuen Batterien. Selbst die anfallende Schlacke wird im Straßenbau verwendet.

Batteriespeicher-Systeme aus Altbatterien

Die Stromspeicher aus E-Autos können zu Second Life Batterien werden. Schon wenn sie bei 70 Prozent ihrer Kapazität angelangt sind, bieten sie nicht mehr genügend Reichweite. Dann beginnt ihr zweites Leben, welches sie zum Beispiel als Stromspeicher für private Haushalte oder Industrieunternehmen führen. In der Hamburger Hafencity sind seit September 2019 zwei Batteriespeicher im Einsatz, die zuvor BMW-Elektroautos antrieben. Sie wurden zu einem Energiespeichersystem zusammengeschlossen.

Renault setzt die ausgedienten Batterien ebenfalls als Speicher ein, jedoch für Schnellladestationen. Ziel ist es, das größte stationäre Speichersystem Europas zu errichten.     

Um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, lohnt es sich also, die richtigen Batterien zu kaufen und sie nach ihrer Laufzeit fachgerecht zu entsorgen. Der ökologische Fußabdruck lässt sich aber auch beim alltäglichen Verbrauch verbessern – durch die Nutzung  von Strom aus erneuerbaren Energien.

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